In regelmäßigen Abständen gibt es hier ein kleines Kaffeekränzchen, bei dem etwas aus dem Nähkästchen geplaudert wird. Ich möchte euch Nähblogs vorstellen, die mir besonders am Herzen liegen. Dabei ist es ganz egal, ob es Nähanfänger sind oder Bloggerinnen, die das Nähen gelernt haben. Ob bekannte oder unbekannte Blogs. Hauptsache es geht um Nadel und Faden.

Plauderei-Titel

Als ich vor einiger Zeit Probenäherinnen gesucht habe, hat sich Christin von Elbpudel beim mir gemeldet. Ich klickte ihren Blog an und war gefesselt. Sie näht so tolle Kleidung für ihren Sohn. Ein bisschen Retro, bunt aber nicht wild-bunt, ein bisschen schlicht, aber nie langweilig. Und an jedem Kleidungsstück findet sich mindestens ein Detail, das ich absolut bewundernswert finde. Als ich dann noch das Qietbook gesehen habe, war ich endgültig sprachlos und saß staunend vor dem Video. Ja, sie hat ein Video dazu gedreht. Wer Christin ist, könnt ihr in unserem kleinen Interview nachlesen:

Blog Elbpudel

1. Wie lange nähst Du schon und wie bist Du darauf gekommen einen Blog zu schreiben?

Witzigerweise habe ich bereits meinen Blog geschrieben, da konnte ich noch gar nicht nähen. Ich bin eigentlich über das Häkeln dazu gekommen. Vor Leo’s Geburt hat mir das auch vollkommen ausgereicht. Hier mal eine Mütze, da mal in kleines Kuscheltier. Als dann aber Babysachen entstanden sind, ging mir das einfach nicht mehr schnell genug. So lang ist mein Geduldsfaden dann doch nicht, dass ich immer wieder 2 Wochen an einem einzigen Pullover häkeln mag. Drum hab ich kurzerhand einen Wochenendnähcrashkurs besucht und dort meine ersten Babyhosen genäht. Das war im Februar 2014. Als der kleine Löwe dann die Sachen das erste Mal trug, bin ich vor Stolz fast geplatzt. Seitdem lässt mich das Nähen nicht mehr los. Und ich freu mich immer wieder, wenn ich über meinen Blog andere Häkel- oder Nähverrückte kennenlerne.

2. Woher hast Du Deine erste Nähmaschine bekommen und mit welcher Maschine nähst Du heute?

Wenn ich es genau nehme, besitze ich gar keine eigene Nähmaschine. Meine Pfaff tipmatic 1045 ist eine Dauerleihgabe meiner Schwägerin. Sie hatte vor Jahren das Maschinchen geschenkt bekommen und konnte nix damit anfangen. Mittlerweile ist sie Stammleserin meines Blogs und wundert sich immer wieder aufs Neue, was mit ihrer Maschine alles so entsteht. Ich könnte mir auch keine bessere vorstellen, denn sie näht wirklich alles zusammen, was man irgendwie unter das Nähfüßchen gestopft bekommt.
Von meiner zweiten Schwägerin hab ich mir dann noch eine Overlock (eine Bernette 334DS) geliehen. Das ist schon sehr praktisch und ein absoluter Glücksfall für mich. Aktuell spare ich grad auf meine erste „eigene“ Maschine. Vielleicht wird es eine kombinierte Coverlock/Overlock. Mal schauen, ich hab ja keine Eile…

3. Auf welches genähte Unikat bist Du besonders stolz?

Hmm, schwierig. Es ist eigentlich immer ein Wahnsinns Gefühl, wenn ich etwas Neues fertig genäht hab. Häufig male ich mir vor dem Nähen ein paar Bilder in mein Ideenbuch. So kann ich mir z.B. besser vorstellen, wie Farbkombinationen wirken werden. Hin und wieder zeige ich die Zeichnungen auch auf meinem Blog und lasse meine Leser an meinem Schaffensprozess teilhaben. Am schönsten war das bisher bei Leos Quietbook. Da hab ich mit ein paar bunten Zeichnungen begonnen und konnte nach vielen, vielen Stunden des Nähens endlich Leos Weihnachtsgeschenk in Händen halten… einfach toll, wenn ein Plan so gut aufgeht.
Ein Quietbook ist übrigens eine Art Spielbuch für Kinder. Genäht aus Filz und anderen Stoffen enthält unseres bspw. einen Bauernhof mit Fingerpuppen, eine halbe Puppenstube inkl. Anziehpuppe und ein Fotoalbum in Form einer Polaroid-Kamera. Es ist ganz spannend zu sehen, wie Leo die einzelnen Seiten nach und nach entdeckt und immer wieder andere Elemente ihn begeistern. Da werd ich sicher noch die eine oder andere Seite in den nächsten Jahren nähen. Es gibt einfach unendlich viele Möglichkeiten, was man daraus machen könnte.


Quielbook elbpudel

4. Was würdest Du gerne einmal nähen, traust Dich aber noch nicht ran?

Unglaublich aber wahr: Am meisten würde mich mal Erwachsenenkleidung reizen. Ich schiebe es nun schon ewig vor mir her, auch einmal ein Kleidungsstück für mich selbst zu nähen. Aber auch eine tolle Papa-Sohnemann-Kombi fänd ich klasse. Da schrecken mich bisher die Stoffberge ab, die man da gleich braucht. Baby-/Kinderkleidung ist ja wirklich sehr dankbar. Außerdem bin ich beim mädchentauglichen Farbkombinieren irgendwie untalentiert. Zum Glück hab ich einen Sohn bekommen und muss keine Rüschen und Schnörkel nähen… hihi… naja, man wächst ja mit seinen Aufgaben. Aber mein eigener Kleiderschrank ist wahrscheinlich der langweiligste auf der ganzen Welt. Da müsste ich wirklich dringend mal ran.

5. Welches Nähutensil möchtest Du nicht missen?

Das kommt aufs Projekt an, glaub ich. Bei meinen Arbeiten am Quietbook hätte ich den Sprühzeitkleber am meisten vermisst. Der ist einfach unendlich praktisch, um diese ganzen Kleinteile an Ort und Stelle zu bannen bevor man sie annäht. Und wenn man sich mal vertan hat, wartet man einfach ein bisschen und der Kleber verflüchtigt sich wieder.
Wenn ich mir meine genähten Kindersachen aus Jersey so anschaue… dann bin ich immer besonders froh, ein wenig Stickvlies daheim zu haben. Egal ob beim Applizieren, beim Absteppen einer Jerseynaht oder oder… einfach ein Stück Vlies drunter und nix verrutscht mehr und nix wellt sich. Den Trick hätte ich gern schon früher gekannt.

Vielen Dank für das Interview, liebe Christin!