Endlich mal wieder ein Beitrag für die Nähanfänger unter euch. Aber vielleicht finden auch die alten Hasen noch ein paar nützliche Tricks oder Ideen. Denn heute beschäftigen wir uns mit dem Schritt vor dem eigentlichen Nähen: Wie kommt der Schnitt auf den Stoff.


Ursprünglich wollte ich das Thema in einen Post packen. Doch dann entwickelte das Ganze eine Eigendynamit mit so vielen Infos, dass ich beschlossen habe eine kleine Serie daraus zu machen. Es ist nicht so, dass das Thema hochkompliziert ist, doch ich finde es immer schön nicht nur Tatsachen aufzuzählen, sondern auch das Warum zu erläutern und ein paar persönliche Meinungen einzufügen. Darum gibt es insgesamt 4 Teile und heute starten wir mit dem ersten Teil.

Serienübersicht-Teil-1

Teil 1: Basiswissen über Stoff.

Ihr habt euch für einen Schnitt entschieden und auch den Stoff dazu gekauft. Die Schnittteile habt ihr schon in eurer Größe abgepaust oder ausgeschnitten. Falls nicht, gibt es hier das Tutorial dazu. Um nun euren Schnitt auf den Stoff zu übertragen, solltet ihr wissen wie der Stoff aufgebaut ist.

Stoff hat immer eine rechte und eine linke Stoffseite. Ganz einfach gesagt ist die rechte Seite meist die schönere Seite. Bei bedruckten Stoffen könnt ihr das leicht an der Farbe erkennen. Bei einfarbigen Stoffen seht ihr es an der Stoffstruktur. Ich habe für das Beispiel Singlejersey verwendet, weil dieser Stoff wohl am häufigsten von euch verwendet wird. Dieser hat auf der rechten Stoffseite eine Längsstruktur und auf der linken eine Querstruktur. Das könnt ihr gut in der runden Bildvergrößerung erkennen.

An den Seiten habt ihr eine Webkante. Das ist die Seite, die oft mit allerlei Informationen bedruckt ist, wie Farben, Hersteller, usw. Die Seite, an der euer Stoff von der Stoffbahn abgeschnitten wurde, nennt sich Schnittkante. Bei Singlejersey rollt diese sich gerne auf. Das könnt ihr beim Bügeln mit Hilfe von Sprühstärke etwas eindämmen.

Basiswissen-stoffDer Fadenlauf verläuft immer parallel zur Webkante und folgt der Richtung der Längsstruktur. Bei hochflorigen Stoffen wie Nicki oder Cord müsst ihr dem Fadenlauf etwas mehr Beachtung schenken. Gerade bei Cord habt ihr sonst schnell verschieden farbige Schnittteile, wenn ihr zum Beispiel ein Hosenbein mit dem Strich und eins gegen den Strich zuschneidet. Grundsätzlich sollte man den Fadenlauf des Schnittteil bei Cord gegen den Strich auflegen. Wo das ist, stellt ihr ganz einfach fest, indem ihr mit der flachen Hand entlang der Webkante über den Stoff streicht. Fühlt er sich rauh an, habt ihr die Richtung, die gegen den Strich geht. Fühlt er sich hingegen glatt an, streicht ihr mit dem Strich.

Cord-fadenlauf

Jetzt habt ihr erst einmal alle Grundinfos zum Stoff auf einen Blick. Diese Infos werden noch sehr hilfreich sein, wenn es darum geht das Schnittteil auf den Stoff aufzulegen. Doch dazu kommen wir in Teil 2. Wenn ihr noch Anregungen habt oder euch noch etwas einfällt, dann schreibt es mir gerne in den Kommentaren. Und wenn ihr glaubt, dass das Tutorial auch anderen helfen würde, könnt ihr es natürlich gerne über Facebook teilen.

 

Serie der kleinen Nähschule „Wie kommt der Schnitt auf den Stoff“:

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