Heute geht es weiter in der vierteiligen Blogserie, über das Übertragen eines Papierschnittes auf Stoff. In diesem zweiten Teil erkläre ich euch, wie ihr vermeidet eine Cordhose mit verschiedenfarbigen Beinen zu nähen und was ein Stoffbruch ist.


Viele grundlegende Begriffe, wie Fadenlauf, Schnittkante, Webkante usw. habe ich euch in meinem letzten Post der Blogreihe erklärt. Heute können wir endlich unser Schnittteil in die Hand nehmen und uns überlegen, wie es am besten auf den Stoff aufgelegt wird. Alles, was ihr für die optimale Platzierung wissen müsst, findet ihr direkt auf dem Schnittteil und im folgenden Post.

Serienübersicht-Teil-2

2. Auflegen des Schnittteiles

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Schnittteilen. Solche, die im Bruch zugeschnitten werden und Teile ohne Stoffbruch.

Wenn ihr euer Schnittteil einmal genau anseht, findet ihr oft die Angabe Bruch. Das ist nichts anderes als die Kante, an der euer Stoff gefaltet wird, wie in meinem Beispiel. Meist ist der Bruch gleichzeitig der Fadenlauf. Wenn ihr euren Stoff faltet, solltet ihr auf folgende Punkte achten:

  • Ist der Bruch gleichzeitig der Fadenlauf, faltet den Stoff gerade, entlang des Fadenlaufes. Also parallel zur Webkante.
  • Achtet darauf, dass euer Schnitteil gut darauf Platz findet und lasst zur Web- und Schnittkante noch genügend Abstand um eure Nahtzugabe mit aufzeichnen zu können.
  • Legt euer Schnitteil so auf, dass der aufgezeichnete Fadenlauf mit dem Fadenlauf des Stoffes übereinstimmt und der Bruch genau am Stoffbruch anliegt.
  • Bei gemusterten Stoffen solltet ihr außerdem auf die Musterrichtung achten. Besonders aufgedruckte Figuren stehen sonst gerne mal Kopf.

Bei Schnittteilen ohne Bruch müsst ihr auf den ungefalteten, also einfach liegenden Stoff übertragen und euch nur nach dem Fadenlauf und eventuell an der Musterrichtung orientieren.

Schnitteil-auflegen

 

Ob ihr nun die rechte oder die linke Stoffseite außen liegen habt, spielt eigentlich keine Rolle. Ich falte lieber die rechte Seite nach außen, weil man so beim Anlegen des Schnittteiles das Stoffmuster besser im Auge behalten kann. Wer allerdings Markierungen wie Abnäher oder Knipse nicht nur in der Nahtzugabe, sondern auch auf dem Schnittteil selbst übertragen muss, sollte einen Zauberstift verwenden, damit die Markierungen später nicht mehr sichtbar sind. Oder den Stoff gleich mit der linken Seite nach außen falten.

Hochflorige Stoffe wie Nicki oder Cord solltet ihr übrigens grundsätzlich mit der linken Stoffseite nach außen Falten, damit ihr eure Markierungen nicht auf die weiche Seite übertragen müsst. Das funktioniert nämlich wirklich nur mühsam bis gar nicht. Auch dem Fadenlauf müsst ihr hier etwas mehr Beachtung schenken. Gerade bei Cord habt ihr sonst schnell verschieden farbige Schnitteile, wenn ihr zum Beispiel ein Hosenbein mit dem Strich und eins gegen den Strich zuschneidet. Wie ihr den Fadenlauf erkennt, könnt ihr hier nachlesen. Grundsätzlich sollte man den Fadenlauf des Schnittteil bei Cord gegen den Strich auflegen.

Fixierung-des-Schnittteils

Wenn euer Schnittteil gut auf dem Stoff platziert ist, fixiert ihr es am besten mit ein paar Stecknadeln am Stoff oder legt Stoffbeschwerer darauf. Ich nehme dazu gerne Steine, die meine Kids gesammelt haben. So könnt ihr verhindern, dass alles beim abzeichnen verrutscht. Um den Schnitt nun zu übertragen, gibt es viele Varianten, auf die ich im nächsten Post eingehen werde.

 

Serie der kleinen Nähschule “Wie kommt der Schnitt auf den Stoff”:

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