Wundert ihr euch beim Nähen auch oft, wie der Arm in das Armloch passen soll? Und habt ihr auch am Ende zu viel Stoff übrig und seid euch fast sicher, dass das Schnittmuster nicht korrekt gradiert ist? Nach dem Post dürfte das Einnähen eines Ärmels kein Problem mehr sein.


Pfusch geht nur bei dehnbaren Stoffen

Anfangs war ich dankbar, wenn ich ein Shirt aus Jersey genäht habe. Gerade beim Annähen des Armes in die Armkugel, war es doch unheimlich hilfreich sich die beiden Teile durch dehnen passend zu pfuschen. Genau diese Dehnbarkeit macht es auch nur halb so wild, wenn ihr weiterhin so nähen möchtet. Solange es Jersey ist.

Bei Webware sieht das Ganze schon anders aus. Wer hier nicht korrekt näht, hat am Ende schnell ein zu enges oder unbequemes Teil, weil die Mehrweite fehlt.

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2 wichtige Hinweise

Beim Abzeichnen des Schnittes solltet ihr zwei wichtige Punkte beachten:

  1. Zeichnet nicht nur die Linie inklusive Nahtzugabe auf, entlang der ihr euer Schnittteil ausschneidet, sondern unbedingt auch die Linie ohne Nahtzugabe. Also gleich an eurem Schnittteil entlang. Denn das ist die Linie, auf der genäht werden muss.
  2. Denkt unbedingt an die Knipse! Nicht nur am Arm, sondern auch an den Armausschnitten am Rücken- und Vorderteil. Diese Knipse sind kleine Markierungen, die ihr entweder durch einen winzigen Schnitt innerhalb eurer Nahtzugabe übertragt, oder mit einem Stift oder einer Nadel markiert. Sie helfen euch später, die richtigen Stellen aufeinander treffen zu lassen (Details zu Knipsen findet ihr auch im Beitrag „Schnittteile ausschneiden und Knipse“)

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Wenn ihr nun den Arm an den Armausschnitt steckt, achtet unbedingt darauf, die Knipse, die ihr übertragen habt, aufeinander treffen zu lassen. Ich beginne immer mit der Mittelmarkierung des Armteiles, die genau auf die Schulternaht passen sollte. Dann stecke ich die beiden Enden rechts und links zusammen und am Ende füge ich die Knipse genau aufeinander. Im rechten Bild habe ich jede dieser Stellen mit Nadeln markiert.

Nicht nur Stecken, auch heften

Bevor ihr euch nun hochmotiviert an die Nähmaschine setzt, macht euch die Mühe und heftet den Arm vorher zusammen. Heften bedeutet, dass ihr die Naht per Hand vornäht und zwar mit großen Stichen. Dabei müsst ihr darauf achten, dass ihr auf beiden Schnittteilen genau auf eure angezeichnete Nahtlinie trefft.

Erst jetzt beginnt ihr mit der Nähmaschine. Denn nun kann der Stoff nicht mehr verrutschen und ihr könnt euch ganz darauf konzentrieren, keine Fältchen einzunähen. Um das zu vermeiden, näht ihr wirklich immer Stück für Stück vorwärts und legt den Stoff immer wieder glatt, bevor ihr näht. Mit dem Finger kann man kleine Fältchen gut ertasten, bevor sie unter dem Nähfuß verschwinden. Wenn ihr den Ärmel ein wenig „von oben“ kommen lasst, geht es am einfachsten.

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Diese Art den Arm zu nähen, klingt sicher erst einmal sehr aufwändig. Aber es lohnt sich wirklich. Und je öfter ihr den Arm auf diese Weise eingenäht habt, um so mehr bekommt ihr ein Gefühl dafür. Mittlerweile hefte ich nicht mehr jeden Arm, sondern nähe auch schon einmal direkt richtig an.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!