Stickmaschine, Plotter, Nähmaschine, Coverlockmaschine, Overlockmaschine… Das alles sind wunderbar tolle Geräte, die ich nicht missen möchte. Bis auf die Stickmaschine. Die besitze ich noch immer nicht. Aber sie nehmen auch viel Platz weg und kosten ja auch einiges an Geld, das man, gerade als Nähanfänger, nicht unbedingt ausgebenmöchte.

Man kann aber auch mit ganz simplen Dingen, die nur ein paar Handgriffe und wenige Hilfsmittel erfordern, ganz tolle Effekte zaubern. Neben dem Applizieren eigener Bilder, wie ich es euch hier schon gezeigt habe, gibt es eine ganz schnelle Variante, ein Kleidungsstück aufzupeppen: Das negativ Applizieren. Hierbei werden die Stoffe nicht auf das Kleidungsstück genäht, sondern dahinter. Das ist besonders geeignet, wenn ihr einen Stoff mit tollem Motiv habt. Oder Reststücke eures Lieblingsstoffes.

Alles, was ihr braucht, ist

  • Ein Kleidungsstück (gekauft oder genäht)
  • eine Formvorlage
  • etwas Sprühkleber (optional)
  • Schere
  • Stoff
  • Nähmaschine
  • 2-3 farblich passende Garne

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Zeichnet die gewünschte Form auf den Stoff, den ihr Applizieren möchtet. Ich habe einen Kreis gewählt und einen passend großen Teller als Vorlage genommen. Natürlich könnt ihr auch einen Stern, ein Herz oder etwas anderes nehmen, das euch gefällt. Das Motiv solltet ihr dann auf festes Papier aufzeichnen, ausschneiden und als Vorlage für den Stoff verwenden.

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Schneidet den Kreis aus und faltet euer Shirt-Vorderteil und den Kreis einmal mittig um eine Mittellinie zur Orientierung zu erhalten. Bei einem gekauften Shirt funktioniert das genauso. Dreht es nur erst auf links, da die Applikation innen angebracht werden muss.

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Besprüht die rechte Stoffseite eurer Applikation mit Sprühfixierer. Ich verwende Sprühfixierer von Prym*. Das ist ein Sprühkleber, der wieder ausgewaschen werden kann und nur temporär klebt. Vorsicht, am besten legt ihr eine Zeitung oder ein altes Stück Stoff darunter. Das Zeug klebt besonders lange an Schneidematten. Versuch macht klug :-)

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Legt euer Shirt mit der rechten Stoffseite nach UNTEN vor euch und bringt die Applikation auch mit der rechten Stoffseite nach unten darauf an. Orientiert euch hierbei an den Knickfalten aus Schritt 2.

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Sucht euch 2 – 3 passende Garne aus. Da wir auf der linken Stoffseite Nähen, müssen die Garne, die später sichtbar sind auf die Spulen gewickelt werden. In diesem Fall ist euer eigentlicher Oberfaden am Ende der Unterfaden. Das erleichtert das Nähen.

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Wählt einen langen Geradstich (z. B. Stichlänge 3.5 – 4) setzt die Oberfadenspannung etwas herab und näht mit einer Jerseynadel. So näht ihr eure Applikation Runde für Runde knappkantig auf. Die linke Stoffseite liegt dabei oben. Ich habe jeweils 2 Runden mit blauer und zwei Runden mit roter Spule genäht.

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Auf der rechten Seite ist nun ein hübscher, bunter Kreis zu sehen. Leichte Wellen verschwinden beim späteren Bügeln. Mit viel Dampf geht´s am besten.

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Als letztes schneidet ihr den Kreis am inneren Nahtrand entlang aus. Passt auf, dass ihr nur den Oberstoff erwischt und nicht eure Applikation mit einschneidet. Um das Ausschneiden zu erleichtern, solltet ihr einmal mit der Hand in den Kreis fahren, um den Kleber zu lösen.

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Fertig ist eure Applikation. Da Jersey nicht ausfransen kann, können die Kanten ruhig offen bleiben. Nach ein paar Wäschen rollen sich die Ränder noch etwas auf und die Applikation wird noch plastischer.

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Viel Spaß beim Nachmachen!

Elefant-Rapantinchen5

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