Ihr Lieben, ich glaube es ist Zeit. Zeit für einen neuen Nähtipp, denn in den letzten Tagen habe ich kaum etwas anderes gemacht, als zu kräuseln und zu rüschen. Schnell die Kamera zur Hand genommen und einen Nähtipp für euch daraus gezaubert.

Ich möchte euch drei Arten zeigen, wie Stoff gekräuselt, gerüscht oder eingehalten werden kann:

Titel rüschen.jpg

Im Nähtipp habe ich einen einfachen Jerseystreifen verwendet, weil er nicht versäubert werden muss. Denn Jersey franst nicht aus. Manche Jerseyarten rollen sich ein bisschen an den Schnittkanten ein, aber das kann ja auch ein schöner Effekt sein, den man sich zu Nutze machen kann. Gekräuselt werden kann natürlich jeder Stoff. Denkt nur daran, dass ihr alle anderen Stoffe vorher versäubert.

1. RÜSCHEN MIT DER OVERLOCK

Wer eine Overlock hat, kann den Stoffstreifen versäubern und gleichzeitig einkräuseln. Dazu stellt ihr die Fadenspannung der beiden Oberfäden auf eine möglichst hohe Zahl. Die Oberfäden sind die Fäden, die die gerade Naht bilden und durch die Nadeln gezogen werden. (Da ich immer nur den 3-fädigen Overlockstich verwende, habe ich nur das blaue Rädchen hoch gedreht. Beim 4-fädigen Stich müsste auch das rote Rädchen auf 8 stehen.) Auch den Differentialtransport dreht ihr hoch. Wo dieser sich an eurer Overlock befindet, schlagt ihr am besten in der Anleitung nach. Wenn ihr nun näht, zieht sich der Stoff unter dem Nähfüßchen automatisch zusammen und der Stoffstreifen kräuselt sich.

Rüsche Overlock

2. RAFFEN MIT DER NÄHMASCHINE

Wer keine Overlockmaschine hat, kann auch mit der normalen Nähmaschine kräuseln. Alles, was ihr dazu tun müsst, ist die Fadenspannung und die Stichlänge erhöhen. Je höher ihr die Fadenspannung stellt, desto stärker wird der Stoff gerafft. In meinem Beispiel habe ich die  Fadenspannung so hoch wie möglich gestellt. Nach dem Kräuseln reduziert sich die Stofflänge um etwa 50 %. Aus 1 m Stoffstreifen wird also ca 50 cm Rüsche. Ich habe den Stoffstreifen mittig gerafft. Die entstandene Rüsche kann man wunderbar applizieren. Eine normale Rüsche funktioniert natürlich genau so. Ihr müsst nur enger am Stoffrand nähen. Klar, oder?

Rüsche mitte

3. Raffen per Hand

Diese Variante nutze ich immer, wenn ich flexibler sein möchte, was die Stärke der Raffung angeht. Zum Beispiel beim Nähen eines Puffärmels. In den Schnittmustern ist die Stelle, die gerafft werden soll, auf den Schnittteilen markiert. Damit das fertige Teil am Ende genau die richtige Länge hat, ist es oft hilfreich wenn die Raffung beim feststecken noch korrigiert werden kann. Dieses Raffen wird auch „einhalten“ genannt.

Wie im oberen Beispiel stellt ihr die Stichlänge sehr hoch, lasst aber die Fadenspannung normal. Dann näht ihr möglichst knappkantig einmal den Stoffstreifen entlang.

Rüsche einhalten

Nun verknotet ihr Ober- und Unterfaden auf der einen Seite. Auf der anderen Seite nehmt ihr euch nur den Oberfaden und zieht ihn stramm. Den Stoffstreifen könnt ihr nun am Faden entlang zur Rüsche schieben. Wie eine Gardine auf einer Gardinenstange.

Rüsche einhalten2

Und? Habt ihr Lust bekommen es mal auszuprobieren? Dann ran an die Nähmaschinen. Falls ihr gelben Stoff übrig habt, übt doch damit. Dann hätte ich morgen ein kleines DIY für die entstandenen Rüschen für euch.

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