In regelmäßigen Abständen wird es hier ein kleines Kaffeekränzchen geben, bei dem etwas aus dem Nähkästchen geplaudert wird. Ich möchte euch Nähblogs vorstellen, die mir besonders am Herzen liegen. Dabei ist es ganz egal, ob es Nähanfänger sind oder Bloggerinnen, die das Nähen gelernt haben. Ob bekannte oder unbekannte Blogs. Hauptsache es geht um Nadel und Faden.

Plauderei-Titel

Es gibt tausende Blogs und davon ganz schön viele Nähblogs. Doch plötzlich taucht da ein Blog auf, wie der von Susn, und schafft es innerhalb von noch nicht einmal einem Jahr so bekannt zu werden, wie ein bunter Hund. Liegt es an ihrem tollen Händchen für Farben? An ihren 4 zuckersüßen Kindern? An ihrem Näh- oder am Fotografiertalent? Ihre Bilder sind bunt, aber nicht quietschig. Ruhig und trotzdem sprühen sie vor Lebensfreude. Ich finde es einfach wunderbar bei ihr zu stöbern. Und wenn man sich die Zeit nimmt und auch einmal persönliche und längere Posts liest, dann wird einem ganz warm ums Herz auf www.raxn.blogspot.de  Heute hat sich Susn die Zeit genommen und mir meine 5 Fragen beantwortet.

Raxn.blogspot.de

 

1. Wie lange nähst Du schon und wie bist Du darauf gekommen einen Blog zu schreiben?

So richtig mit dem Nähen hab ich Ende Dezember 2010 begonnen. Zu dem Zeitpunkt war ich Mama von zwei Töchtern (1 und 3 Jahre) und in mir flackerte die Lust auf, das Nähen zu probieren. Meine Mama hatte bereits in meiner Kindheit viel für meine drei Geschwister und mich genäht. Ich bin also mit der Nähmaschine im Haus aufgewachsen, habe es für mich selbst aber erst entdeckt als ich eine Zeit lang selbst Mutter war.

Als Kind hatte ich eine Kindernähmaschine geschenkt bekommen, doch ich glaube mich zu erinnern dass ich nicht viel darauf genäht hatte.

Die Idee einen Blog zu schreiben, kam mir letztes Jahr im Herbst, nämlich Oktober 2013. Ich hatte in der facebook-Nähgruppe von Lillesol & Pelle ein paar Bilder von zwei Nähwerken gepostet. Nämlich eine Jersey-Kapuzenjacke und einen Jersey-Stufenrock. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits meine Spiegelreflexkamera und die Freude an der Fotografie entdeckt. In der Gruppe fragten mich dann einige nach meinem Blog und waren ganz erstaunt dass ich keinen hatte. So kam ich ins Überlegen ob das was für mich wäre und umso mehr ich darüber nachdachte umso größer wurde meine Lust darauf.

Anfang 2014 fing ich an, meinen Blog im Stillen zu gestalten. Immer wieder mal abends, wenn mir danach war. Da ich von all dem keine Ahnung hatte, aber erst online gehen wollte, wenn ich mich mit meinem Blog, Layout etc. auch wirklich komplett identifizieren konnte und er sich für mich so richtig „stimmig“ anfühlte, dauerte das eine Weile… mehrere Monate… da war ich echt recht perfektionistisch… ;-).

Im Mai 2014 ging ich dann online. Ich freue mich so sehr darüber. Ich hab jede Menge dazugelernt und mir Wissen angeeignet, auch in Bezug auf Grafiken etc. und ich bin echt stolz darauf dass ich alles in meinem Blog selbst gestaltet und designt habe.

2. Woher hast Du Deine erste Nähmaschine bekommen und mit welcher Maschine nähst Du heute?

Meine erste richtige Nähmaschine (die Kindernähmaschine aus Kindertagen ausgeschlossen) hab ich von meiner Mama geschenkt bekommen. Im Herbst 2010, als ich das Nähen für mich entdeckte, hatte ich es schon ein bisschen auf ihrer Maschine probiert (einer ganz alten Pfaff), doch damit kam ich gar nicht klar. Mir gelingen damit keine sauberen Nähte und die ganze Handhabung war so umständlich. Ich entschied mich also dazu mir eine gute eigene und etwas modernere Maschine zu kaufen und erzählte ihr das. Meine Mama meinte daraufhin dass sie mir die Nähmaschine gerne schenken möchte. Schließlich sei das in der Familie Tradition, dass die Mama der Tochter eine Nähmaschine schenkt. Auch sie bekam ihre Maschine von ihrer Mutter. Ich hab mich natürlich mächtig gefreut! Auf dieser Maschine nähe ich noch immer:

Nämlich auf der Brother innov-is 350 SE. Inzwischen hab ich meinen Fuhrpark jährlich erweitert und mir selbst noch weitere Maschinen dazugekauft. So sind bei mir noch folgende eingezogen: Brother Overlock 4234D, Brother Stickmaschine innov-is 750E, Janome Cover Pro 1000 CPX. Meine älteste Tochter hat sich letztes Jahr auch eine Nähmaschine gewünscht. So steht noch eine fünfte im Nähzimmer, nämlich die Janome Sew Mini Deluxe. Ein wirklich gigantischer Fuhrpark…

3. Auf welches genähte Unikat bist Du besonders stolz?  

Oh ja da gibt es ein für mich ganz besonderes Teil, auf das ich sehr stolz bin.

alva susn raxn collage 1

Meine „alva s’täschle“. Diese Tasche – kurz genannt „Alva“ hab ich diesen Sommer im Rahmen des Probenähens für Tante Anton (damals noch „Lenilinchen“) genäht. Für mich ist es ein wahres Meisterwerk und mein Herz hängt so sehr daran, hab ich doch Tage und viele Nächte mit dieser Tasche verbracht. Meine erste richtige aufwändige Tasche (einfache Beutel mal ausgeschlossen) und ich hatte so großen Respekt und auch etwas Angst davor, zumal ich sie unbedingt aus überwiegend Kunstleder anfertigen wollte. Viele Nerven und Schweiß kostete sie mich. Ich bin auch eigentlich mehr der „Kleidungs-Näh-Typ“ und weniger der „Taschen-Näher“. Klamotten zu nähen finde ich viel einfacher und weniger aufwändig. Schon alleine das ganze Bebügeln mit den unterschiedlichen Vliesen etc., doch das Ergebnis hat sich dermaßen gelohnt! Ohne das Probenähen für Alva hätte ich mich nie im Leben an so eine Tasche herangetraut. Ich hätte auch während dem Nähen sehr wahrscheinlich aufgegeben (und das Projekt in die Ecke geschmissen, in der es sicher heute noch liegen würde…)… doch da es ein Probenähen war musste ich durchhalten und weiternähen. Über diese Erfahrung bin ich so sehr dankbar! Denn es hat sich so dermaßen gelohnt! Ich trage sie wirklich mit Stolz und es ist ein so tolles Gefühl wenn ich die Tasche sehe, fühle und auf meinen Schultern liegen habe – zu wissen „die hab ich selbst gemacht“. Inzwischen kann ich sogar sagen dass ich sie noch mal nähen möchte. Einmal eine Hürde bezwungen traue ich mich noch mal ran. Ja und da wären wir schon bei der nächsten Frage:

 

Was würdest Du gerne einmal nähen, traust Dich aber noch nicht ran?

Also was ich schon seit drei Jahren nähen möchte ist ein Dirndl für mich. Ich hatte das allerdings aufgrund meiner Zwillingsschwangerschaft 2012/2013 zeitlich aufgeschoben. Meinen Töchtern hab ich bereits im Frühjahr 2014 welche genäht, nur mir nicht. Ich hab mir nämlich zum Ziel gesetzt erst ein Dirndl zu nähen wenn ich wieder das Wohlfühlgewicht erreicht habe, das ich vor meiner dritten Schwangerschaft hatte. Soweit bin ich inzwischen und es könnte eigentlich losgehen. Das Schnittmuster hab ich auch schon. Aber: es ist von Burda. Das ist die große Hürde für mich. Ich hab noch nie einen Burda-Schnitt genäht und ich komme mit der Maßtabelle überhaupt nicht klar, weil ich bei jeder Körperstelle laut Tabelle eine andere Größe nähen müsste. Ich weiß einfach nicht an welcher Größe ich mich orientieren soll weswegen ich das Projekt immer noch nicht begonnen habe. Mein Plan ist es, erst mal einen anderen Burda-Schnitt zu nähen um ein Gefühl für die Passform von Burda-Schnitten zu bekommen. Naja, das hab ich bis heute noch nicht geschafft. Ich peile mal nächstes Jahr Frühjahr an. ;-)

 

Welches Nähutensil möchtest Du nicht missen?

Es sind einige. Das meist gebrauchte Nähutensil ist wohl meine Schneidematte und mein Rollschneider! Die Anschaffung lohnt sich dermaßen! Damit geht alles viel schneller, einfacher und komfortabler. An nächster Stelle ist es der Nahttrenner. Ohjeee, den brauche ich wirklich oft. Vor allem wenn ich spät nachts nähe und geistig nicht mehr auf voller Höhe bin… ;-) haha – oder dann wenn ich total einfache Sachen nähe und nicht so konzentriert bin weil ich mir denke das kann ich ja locker – genau dann passieren mir die meisten Fehler – rein aus Flüchtigkeit. An dritter Stelle ist es ganz klar: Stylefix! Was für eine geniale Erfindung!!!!

 

 

Liebe Anja,

herzlichen Dank für deine Einladung zur Plauderei aus dem Nähkästchen! Ich freue mich sehr dass ich mit dabei sein darf!

 

Ein Dankeschön auch an alle, die meinen Beitrag hier lesen!

 

Liebe raxn-Grüße von

Susn

Vielen Dank für das nette Interview, Susn!