„Da, wo die Brosche ist, ist vorne“ sagt meine Mutter immer zu mir. Wir foppen uns gerne einmal und solche Sprüche nimmt hier auch niemand krumm. Und wo sie recht hat, hat sie recht, denn die Natur hat nicht so viel Energie darauf verwendet, meinen Ausschnitt zu füllen. Daher finde ich Rüschenblusen oder Wickelshirts eher unvorteilhaft für mich, weil es nichts betont. Im vergangenen Jahr habe ich auf Blogs so viele wunderschöne Wickelkleider gesehen, dass ich mich doch einmal trauen wollte. Vielleicht nicht gleich ein Kleid, aber wenigstens ein Shirt. Als Selmin von Tweed and Greet zum Startschuss der Aktion #12 Letters of Handmade Fashion ein „W“ gezogen hat, war schnell klar, dass die Zeit nun gekommen ist, ein Wickelshirt zu nähen.

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Ich habe mich für Frau Liese von Schnittreif entschieden und mir einen schlichten Ringel in grau-schwarz ausgesucht. In meiner Vorstellung sollte der Ringel die Wickeloptik betonen und einen schönen Effekt durch die Streifen zaubern. In der Realität hat mich der Ringel viel Energie gekostet, weil der Zuschnitt nicht ganz glatt gelaufen ist. Beim Doppeltlegen des Stoffes war die untere Stofflage nicht ganz deckungsgleich mit der oberen, wodurch die Teile nicht eins zu eins gepasst haben. Natürlich hat der Stoffrest nicht für ein weiteres Schnittteil gereicht und ich musste improvisieren. So ganz hat es nicht funktioniert und der Ringel passt an der Quernaht nicht genau aufeinander.

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Trotzdem mag ich das Shirt. Es ist gar nicht so unvorteilhaft wie ich dachte, und mit so wenig Oberweite könnte ich das Top darunter sogar weg lassen. Rausfallen kann ja nix. Auf jeden Fall war das nicht das letzte Wickelshirt, aber das nächste wird einfarbig.

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Stoffe: Ringeljersey aus Rapantinchens Stoffeshop

Schnitt: Frau Liese von Schnittreif

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